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Online-Banking im Ausland: Sicherheitsabfragen, Sperren und Tipps

Zuletzt aktualisiert: · Von Homvoya

Kurz gesagt

Banken überwachen Anmeldungen und Zahlungen auf Betrug. Ein Login aus einem ungewohnten Land oder von einem neuen Gerät kann deshalb eine zusätzliche Bestätigung oder eine vorübergehende Sperre auslösen. Bereiten Sie sich vor: TAN-Verfahren und Handynummer prüfen, die Bank informieren, wenn sie das anbietet, Notfallnummern speichern und öffentliches WLAN meiden.

Warum fragt die Bank bei Logins aus dem Ausland nach?

Weil Banken nach EU-Recht Betrug erkennen müssen. Dafür vergleichen sie jeden Zugriff mit dem, was für Sie typisch ist. Ein ungewöhnlicher Ort, ein neues Gerät oder auffälliges Verhalten gelten als Risikozeichen. Dann verlangt die Bank eine zusätzliche Bestätigung oder sperrt den Zugang vorsorglich. Das schützt Ihr Konto, ist auf Reisen aber lästig.

Die technischen Regulierungsstandards zur PSD2 verpflichten Zahlungsdienstleister zur Transaktionsüberwachung: Sie müssen nicht autorisierte oder betrügerische Zahlungen erkennen können und dabei berücksichtigen, was für Ihre normale Nutzung typisch ist (Artikel 2).

Will eine Bank bei einer Zahlung mit niedrigem Risiko auf die starke Kundenauthentifizierung verzichten, darf sie unter anderem keinen ungewöhnlichen Ort des Zahlers und keine ungewöhnlichen Informationen über das Zugangsgerät festgestellt haben (Artikel 18). Ein Zugriff aus dem Ausland kann also dazu führen, dass Sie öfter bestätigen müssen.

Welche Signale eine Bank im Einzelnen auswertet, legt sie in der Regel nicht offen. Fragen Sie im Zweifel direkt bei Ihrer Bank nach, was sie vor einer Reise empfiehlt.

Was bedeutet starke Kundenauthentifizierung nach PSD2?

Starke Kundenauthentifizierung bedeutet, dass Sie sich mit mindestens zwei unabhängigen Merkmalen ausweisen: etwas, das nur Sie wissen, besitzen oder sind. Die EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 schreibt sie vor, wenn Sie online auf Ihr Zahlungskonto zugreifen, eine elektronische Zahlung auslösen oder über einen Fernzugang etwas mit Betrugsrisiko tun.

Die drei Kategorien der starken Kundenauthentifizierung
KategorieBedeutungTypische Beispiele
Wissenetwas, das nur Sie wissenPIN, Passwort
Besitzetwas, das nur Sie besitzenSmartphone mit TAN-App, Handynummer für die SMS-TAN, TAN-Generator
Inhärenzetwas, das Sie sindFingerabdruck, Gesichtserkennung

Grundlage sind Artikel 4 Nr. 30 und Artikel 97 der Richtlinie (EU) 2015/2366. Für die Reise heißt das: Das zweite Merkmal ist meist Ihr Smartphone oder Ihre Handynummer. Funktioniert es im Ausland nicht, kommen Sie nicht ins Konto, auch wenn Sie Ihr Passwort kennen.

Wie bereiten Sie Ihr Online-Banking auf die Reise vor?

Prüfen Sie vor der Abreise, ob Ihr TAN-Verfahren im Ausland funktioniert, und testen Sie den Login mit dem Gerät, das Sie mitnehmen. Informieren Sie Ihre Bank über die Reise, wenn sie das anbietet, und lassen Sie Ihre Karte bei Bedarf für den Auslandseinsatz freischalten. Speichern Sie die Notfallnummern im Handy.

  1. Bank informieren: Manche Banken bieten an, Reisen vorab zu melden, etwa in der App oder beim Kundenservice. Fragen Sie nach, ob Ihre Bank das macht.
  2. Karte prüfen: Die BaFin rät, vorab mit der Bank zu klären, ob Sie im Zielland mit der Girocard Geld abheben können. Eventuell müssen Sie die Karte für den Auslandseinsatz freischalten lassen, und je nach System funktioniert sie außerhalb Europas nicht (BaFin: Bezahlen und Geld abheben im Ausland).
  3. TAN-Verfahren testen: Melden Sie sich vor der Abreise einmal mit dem Gerät an, das Sie mitnehmen, und installieren Sie Updates der Banking- und TAN-App.
  4. SMS-TAN und Roaming: Eine SMS-TAN erreicht Sie nur, wenn Ihre deutsche Nummer im Ausland SMS empfangen kann. Tauschen Sie die SIM-Karte gegen eine lokale, kommt die SMS nicht an. Eine TAN-App braucht dagegen eine Internetverbindung.
  5. Ersatz bereithalten: Richten Sie ein zweites Verfahren oder Gerät ein, wenn Ihre Bank das anbietet. Eine Neueinrichtung aus dem Ausland kann umständlich sein, etwa wenn ein Aktivierungsbrief per Post nötig ist.
  6. Nummern speichern: Notieren Sie die Notfallnummer Ihrer Bank und den Sperr-Notruf 116 116, aus dem Ausland 0049 116 116 – im Handy und auf Papier.

Ist Online-Banking im Hotel- oder Café-WLAN sicher?

Das BSI rät, für Mobile Banking keine öffentlichen Netzwerke oder WLAN-Hotspots zu nutzen. Lässt es sich nicht vermeiden, nutzen Sie mobile Daten oder eine Verbindung, die Ihren gesamten Datenverkehr verschlüsselt, etwa ein VPN. Installieren Sie Banking-Apps außerdem nur aus vertrauenswürdigen Quellen und halten Sie Ihr Gerät aktuell.

Die Empfehlungen stammen aus den BSI-Tipps zum Mobile Banking. In einem offenen WLAN wissen Sie nicht, wer das Netz betreibt. Auch Angreifer können ein WLAN einrichten und ihm einen vertrauenswürdig klingenden Namen geben.

  • Banking-App nur aus vertrauenswürdigen Quellen installieren, etwa dem offiziellen App-Store.
  • Betriebssystem und Apps aktuell halten.
  • Keine Bankdaten an fremden Rechnern eingeben, zum Beispiel im Business-Center des Hotels.
  • Links in SMS oder E-Mails, die angeblich von der Bank stammen, nicht öffnen. Rufen Sie die Bank über die Nummer an, die Sie kennen.

Mit dem Homvoya Set läuft der gesamte Datenverkehr Ihrer Geräte verschlüsselt durch einen WireGuard-Tunnel zu Ihrem Anschluss zu Hause. Andere im selben WLAN können ihn nicht mitlesen. Geht es Ihnen nur um diese Verschlüsselung, reicht aber auch eine seriöse VPN-App.

Hilft eine Heim-IP gegen Sperren beim Online-Banking?

Sie kann einen Auslöser vermeiden: Ihre Bank sieht dann die IP-Adresse Ihres Heimanschlusses statt einer ausländischen. Banken werten aber auch Gerät, Verhalten und Zahlungsort aus. Eine Heim-IP ist daher keine Garantie gegen Sicherheitsabfragen oder Sperren. Und sie ersetzt keine ehrliche Auskunft: Fragt Ihre Bank, wo Sie sind, sagen Sie es.

Welche Signale eine Heim-IP verändert – und welche nicht
SignalBeispielÄndert eine Heim-IP das?
IP-AdresseAnschluss, über den Sie online gehenJa, die Bank sieht Ihre Heim-IP
Gerät und AppIhr Smartphone oder LaptopNein
Kartenzahlungen vor OrtKartenterminal oder Geldautomat im AuslandNein
Handynummer und SMSRoaming im ausländischen NetzNein
Standortdaten des GerätsGPS, WLAN-Ortung, ZeitzoneNein

Bezahlen Sie im Restaurant in Lissabon mit Karte, findet die Zahlung in Portugal statt, egal welche IP-Adresse Ihr Laptop hat. Ihre Bank sieht also ohnehin, dass Sie unterwegs sind, sobald Sie die Karte einsetzen.

Wie die Heim-IP technisch funktioniert, erklärt der Ratgeber zur Heim-IP im Ausland. Für Banking reicht ein Upload ab 10 Mbit/s zu Hause meist gut. Voraussetzung ist aber, dass Ihr Internet zu Hause läuft. Ob Ihr Anschluss geeignet ist, zeigt der Kompatibilitätscheck.

Was tun, wenn Karte, Handy oder Zugang auf Reisen weg oder gesperrt sind?

Lassen Sie eine verlorene oder gestohlene Karte sofort sperren, etwa über den Sperr-Notruf 116 116, aus dem Ausland unter 0049 116 116. Ist das Handy mit der TAN-App weg, lassen Sie SIM-Karte und Zugänge sperren. Bei einem gesperrten Online-Zugang rufen Sie Ihre Bank über die Nummer an, die Sie vorher gespeichert haben.

Notfälle beim Banking auf Reisen
NotfallWas Sie tunWen Sie erreichen
Karte verloren oder gestohlenKarte sofort sperren lassenSperr-Notruf 116 116, aus dem Ausland 0049 116 116
Handy mit TAN-App verlorenSIM-Karte und alle Zugänge sperren lassen, Bank informierenMobilfunkanbieter und Bank
Online-Zugang gesperrtEntsperrung mit der Bank klärenNotfall- oder Servicenummer Ihrer Bank
Verdächtige Nachricht „von der Bank“Nicht auf Links klicken, Bank selbst anrufenBekannte Nummer, etwa von Karte oder Website

Die Nummer des Sperr-Notrufs nennt die BaFin. Dass Sie bei Verlust des Mobilgeräts SIM-Karte und Zugänge sofort sperren lassen und Ihre Bank informieren sollten, empfiehlt das BSI.

Häufige Fragen

Warum wird mein Online-Banking im Ausland gesperrt?

Banken müssen Zahlungen auf Betrug überwachen. Ein ungewöhnlicher Ort oder ein neues Gerät kann als Risiko gelten, dann verlangt die Bank eine zusätzliche Bestätigung oder sperrt vorsorglich. Klären Sie die Entsperrung über die Notfallnummer Ihrer Bank.

Funktioniert die SMS-TAN im Ausland?

Nur, wenn Ihre deutsche Handynummer dort SMS empfangen kann, also mit Roaming. Mit einer lokalen SIM-Karte statt der deutschen kommt die SMS nicht an. Eine TAN-App braucht stattdessen eine Internetverbindung.

Sollte ich meiner Bank sagen, dass ich verreise?

Wenn Ihre Bank eine Reisemeldung anbietet, ist das sinnvoll. Klären Sie außerdem, ob Ihre Karte im Zielland funktioniert oder freigeschaltet werden muss.

Wie sperre ich meine Karte aus dem Ausland?

Über den Sperr-Notruf unter 0049 116 116 oder die Sperrnummer Ihrer Bank. Speichern Sie beide Nummern vor der Reise im Handy und notieren Sie sie zusätzlich auf Papier.

Kann ich mit einer deutschen IP-Adresse Sperren beim Online-Banking vermeiden?

Nicht zuverlässig. Die IP-Adresse ist nur eines von mehreren Signalen; Banken werten auch Gerät, Verhalten und Zahlungsort aus.

Quellen

  1. Richtlinie (EU) 2015/2366 über Zahlungsdienste im Binnenmarkt (PSD2) – EUR-Lex – Amtsblatt der Europäischen Union, abgerufen am 28. Oktober 2026
  2. Delegierte Verordnung (EU) 2018/389 – technische Regulierungsstandards für die starke Kundenauthentifizierung – EUR-Lex – Amtsblatt der Europäischen Union, abgerufen am 28. Oktober 2026
  3. Bezahlen und Geld abheben im Ausland – Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), abgerufen am 28. Oktober 2026
  4. Mobile Banking – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), abgerufen am 28. Oktober 2026

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